Die Gemeinden Weesen und Glarus-Nord, vertreten durch die Gemeinde Weesen, veranstaltete einen Ingenieur-Projektwettbewerb für den Neubau eines Fussgängerstegs über den Linthkanal zwischen Weesen und Glarus Nord, hier als „Linthsteg“ bezeichnet. Wir schlugen unter der Federführung von Schlaich Bergermann und Partner ein 1.50 m breites und ca. 100 m langes Spannband aus Stahl vor das in Flussmitte von einem vorgespannten Natursteinbogen gestützt wird.

 

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Panorama-KLEIN

Das Besondere an einer Brücke ist ihr Ort. Die Qualität eines neuen Brückenbauwerkes hat ist hauptsächlich am Grad der Einpassung in die alpine Szenerie zu messen, die sich dem Spaziergänger in der flachen Parklandschaft präsentiert. Der Blick entlang der strengen Geraden, der freifliessenden Linth in Richtung Churfirsten, lässt schnell erkennen, dass eine umsichtige Lösung gefunden werden muss: eine ruhige und elegante Form, die Linthauen und Fluss feinfühlig ergänzt, nicht übertönt. In der Bearbeitung zeichnete sich ab, dass der schmale Steg tiefliegend unauffällig und trotzdem eigenständig wahrnehmbar sein sollte.

 

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Wir schlugen eine flachliegende Spannbandkonstruktion vor, die den Fluss ins Zentrum der weitläufigen Parklandschaft rückt. Ein schwungvolles, filigranes Längsprofil das sich vor dem Hintergrund der Berge fast auflöst, aber doch einen Ort im asymmetrischen Flussraum markiert. Ein dünnes Stahlprofil schwingt sanft über einem steinernen, vorgespannten Bogen. Die Silhouette löst und emanzipiert sich von der Rigidität der flachen Linthebene. Die Brücke liegt etwas abgerückt vom bestehenden Bunker, eigenständig, orthogonal zum Flusslauf und der Allee.

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Team, Simon Staudacher
Tragwerksplaner, Lorenz Haspel, Andreas Keil, Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart
Landschaftsarchitektur: Maja Tobler, Tobler Landschaftsarchitekten

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