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Ausgangslage.Intention
Wir sehen dreigeschossige, hell verputzte Gebäude unter weitlaufenden Kranzgesimsen, darauf Mansarden mit Biberschwanzziegeln, doppelt gedeckt.  Vertikale Baukörper mit Zwerggiebeln und massige Kopfbauten ordnen die Volumen. Dazwischen liegt ein Hof, dessen ehemals offene Torsituation heute leider von einer querliegenden Turnhalle aus den 70ern verstellt ist.

Wir bewundern das kompositorisch gewandt eingesetzte Repertoir von Gustav Gull. Die architektonischen Reaktionen auf räumliche Zwänge und Anforderungen sind simpel und kraftvoll. Hier möchten wir anknüpfen. Mit der selben Mischung aus Zurückhaltung, Bestimmtheit und handwerklicher Raffinesse möchten wir weiterbauen, weiter interpretieren. 

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Wir verlängern dazu den nördlichen Schultrakt. Der Neubau liegt so im Zentrum der ‘Parkanlage’. Die Grünfläche bleibt zum Quartier hin offen, der Hof zum Friedhof Sihlfeld durchlässig. Wir übernehmen vom Bestand die auf einer Höhe umlaufenden Traufgesimse und deren darüberliegende Dachlandschaft, ebenso die Fassadenordnung des Bestandes. Das Haus entwicklen wir aus der Gangtypologie des Bestandes. Diese drehen wir um ein offenes Zentrum in mehrere Richtungen. Es entsteht ein mehrseitig ausgerichtetes Kopfgebäude. Die Länge des Hofes bleibt wirksam. Ein leichter stählerner Pavillon bietet Schutz vor der Witterung.

Situation

Konstruktion. Ausdruck
Wir wagen einen Versuch und konstruieren NEU aus den Materialien des Vorgefundenen. Unsere Baustoffe sind die sichtbaren Sockelsteine, der grauweissliche Rautenputz, die Biberschwanzziegel der Dachflächen und die Klosterziegel der Walm- und Firstgrate. Damit bauen wir weiter, an anderen Stellen, in anderer Machart. Die Klosterziegel decken nun die Fensterbänke und Wandabschlüsse, der Putz wird über die steinerne Mauer durchlässig geschlämmt. Auf den Wänden, aus recyclierten Betonsteinen ruhen auf Höhe des Kniestocks grosse Kehlbalkendächer, deren Firste eine zentrale Dachöffnung ausbilden. Licht wird über den kleinen Hof in die Tiefe gebracht. Er verbindet das Haus über die Geschosse hinweg, nicht nur visuell, auch akustisch. Ein kleiner, zentraler Ort entsteht, mit ausgreifenden Nischen für den Töggelikasten, Eingangs- oder Gruppenraum, je nach Geschoss und Nutzung.

Mock-Up

Ganz oben, unter den grossen Dächern, liegt die Regenerierküche mit den dazugehörenden Technik- und Lagerräumen. Dadurch wird der Aushub für das Untergeschoss verkleinert. Hier oben unter dem Dach lässt es sich mit wunderbarer Aussicht unter Tageslicht kochen. 

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Innen_DEF
Aussen_DEFDEF
Innen_DEF
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Umsetzung. Konzeption
Das Haus neigt den Betrachter zu vorschnellen Kategorisierungen, weil die aufkommenden Referenzen – das sieht ja aus wie 80er– auf den zweiten Blick, vor allem im gebauten Zustand nicht mehr greifen werden. Wir verstehen das als Qualität und Grundlage für ein zeitloses, stets unterschiedlich lesbares Gebäude. Es hält sich zurück, ohne seine Eigenständigkeit zu verlieren. Hans Leuzingers Kunsthaus, mit dem gläsernen Satteldach auf Backsteinkuben oder die Arbeiten von Döllgast in München, sowie die Handwerklichkeit eines Hans van der Laan sind Beispiel und Messlatte für unseren Ansatz.  So bauen wir nicht weiter, sondern neu, mit heutigen Mitteln, wir interpretieren, wir tradieren.

Ansicht

 

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Team, Andreas Fankhauser
Energiekonzept, Roland Wüthrich, www.hat-1.ch
Gastroplanung, Planbar AG, www.planbar.ch

 

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