Ausgehend von einer Gegenüberstellung des Tektonikbegriffes bei Frampton und dem seit Jahren geltenden Verständnis von Konstruktion und Form der ETH Zürich, wie sie Heinz Ronner lehrte, galt es zu klären welchen Generatoren architektonische Entwürfe hauptsächlich zu Grunde liegen. Innerhalb der Frage nach dem tektonischem Dispositiv von 'Entwerfendem Konstruieren' und 'Konstruktivem Entwerfen', inwieweit also Konstruktionen die Form begründen bzw. diese von der Form beeinflusst werden.

Auf die historische Betrachtung des tektonischen Begriffs folgten Beispiele zeitgenössischer Architekturen wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten. Auf den ersten Blick boten sie kaum Anlass zu einem Vergleich. Ein Museum und ein Mehrfamilienhaus. Obendrein wurden sie mittels unterschiedlicher Herangehensweisen entwickelt. Das Wohnhaus entsprang einer grossbürgerlichen Referenz, einer Villa, das Museum fusste auf der Vorstellung das vorgefundene Material weiterzuverwenden und zu entwickeln.  Beim Museum war also die Form noch offen, beim Wohnhaus eher die Konstruktionsart. Beide Projekte, qualitativ hochstehende Bauten offenbarten bei genauerem Studium schliesslich eine grundlegende gemeinsame Basis. Sie stellten die konstruktive Wahrhaftigkeit in den Dienst ihrer Absicht und damit in Frage.

Die neue zu stellende Frage lautete also: Was ist, wenn wie bei den Beispielen anders gebaut wird als es wirkt bzw. wenn die landläufig zum Erfogsgaranten erhobene konstruktive Wahrhaftigkeit fraglich wird. Dann braucht es eine längst fällige Erweiterung der Bedeutung von 'Konzeption', dann muss über Absichten, die 'Intention' gesprochen werden. Die Formel 'Konstruktion und Ausdruck ist Tektonik' bleibt zwar weiterhin richtig, aber die Erkenntnis, dass es Absichten braucht, hilft uns weiter. Es heisst nun: Intention und Konstruktion generieren die Form.

 

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