Krematorium Nordheim Ofenhalle SW 

Wir arbeiten derzeit an der Teilsanierung eines der grössten und schönsten Krematorien Europas – am Krematorium Nordheim des Architekten Prof. Albert Heinrich Steiner. Die ehemals rein technisch gestimmten Räume im Untergeschoss werden nun für Hinterbliebene zugänglich gemacht. Im Rahmen einer technischen Sanierung werden Ofenräume und Korridore umgebaut. Der Entwurf erfolgte in enger Zusammenabeit mit Kremateuren, Ofentechnikern und der Denkmalpflege. Hier zeigen wir nur die Ofenräume gezeigt. Sie sind letzte Station einer begleiteten Kremation.

 

Ofenhalle Bestand

Krematorium Nordheim Ofenhalle2 SW  

Am unteren Bild,  der 'Waldkapelle' Gunnar Asplunds berührte uns die halbrunde Lünette hinter dem Katafalk. Stellt man sich diese Wand ohne diese durchgangsartige Öffnung vor, so wäre der Raum gefangen, in seiner Wirkung geradezu beklemmend. Der Weg des Verstorbenen schiene hier abrupt zu enden. Die Lünette wirkt unterschwellig tröstlich. Für uns war dieser stark suggestive Moment Grund dafür die lange Rückwand im Krematorium mit einem dunklen Pigment zu belegen. Die Wand wird glatt verputzt und mit 'Caput Mortuum' gestrichen. Die Betonzungen, auf denen die früheren Bedieninstrumente der Öfen standen werden abgeschnitten. Ein langer Schlitz oder Graben entsteht.

Der Ofenraum wird also in Zukunft nicht mehr die Kremationsöfen rahmen, sondern, ähnlich wie bei Asplund, den Ofenraum als Station eines Weges inszenieren. Eines Weges der nicht im Nordheim begann und dort auch nicht endet.

 

Waldkapelle Asplund

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Für das Hochbauamt der Stadt Zürich,  Projektleitung Fabian Bisig

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