Cafe am See Weesen 3

Jeder soll sich Seesicht leisten können. Wir wollen einen Ort mit Mietwohnungen für Personen bieten, denen die gängigen Wohnangebote nicht entsprechen. Sie kommen vielleicht als Pensionäre aus einem grossen Wohnhaus, vielleicht hüten sie hin und wieder Enkelkinder, vielleicht findet hier ein Paar eine erste gemeinsame Bleibe vor dem Familienglück mit Nachwuchs, vielleicht wohnt hier eine alleinstehende Person, die es auch bleiben will, ein Gästezimmer steht dennoch zur Verfügung.

Schwarzplan Weesen

 

Weesen ist in der Tat ein Kraftort. Sie ist mehr als die vielbemühte 'Riviera' am Walensee. Der Ort ist geprägt vom Bergmassiv und dem Seebecken. Ein eleganter Bogen mit kozentrischen Spangen aus Strand, Park, Strassen, Städtli, Weinberg und Fels. Die Parzelle befindet sich genau an dem Ort, wo der Gegenschwung des Chapfenberges und damit der Übergang in das freie, unbestimmtere Feld spürbar ist. Wir befinden uns an einem Scharnier. Wir schliessen das Städtli ab, oder formulieren den Eingang dazu.

Wir schlagen ein kräftiges Gebäude vor, ähnlich der Klosteranlage im Dorf. Einen markanten Punkt. Ein Haus, das sich im Spannungsfeld behaupten kann. Der grosse, kräftige, aber dennoch verträglich strukturierte Baukörper bildet auch das Gegenüber zur Villa Mariensee, auf der anderen Seite der Spange. Die beiden grossen Häuser spannen den Bogen dazwischen, deren Pavillons stehen an den Kastanienalleen am Seeufer. Einst querten zahlreiche Stichwege diesen Grüngürtel. Sie verbanden Städtli und See. Wir empfinden dies als starke, aber meistenteils nicht mehr vorhandene Qualität, die es wieder zu entwickeln gilt. Daher schlagen wir schmale, stattlich städtische Giebel als grosse Baute mit Wegen dazwischen vor. 

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Eine Rückseite gibt es beim massigen, ruhenden Haus nicht. Viel mehr ist es ein Haus mit freundlichen und farblich akzentuierten Gesichtern in alle Richtungen. 

Schaut man vom Chapfenberg herab erkennt man die kleinteiligen, eng aneinander gebauten Dächer, deren gemeinsame Kehlen, die giebelständigen Häuser in Richtung See, Reihe an Reihe im Schulterschluss. Auf der anderen Seite liegen wenige seeseitige Solitäre entlang der Strasse. Diese Welten wollen wir hier vermischen. Ungeachtet des Verkehrs und des Hangs im Norden, wollen wir uns nicht abwenden, die Strasse begleiten und prägen. Kleine, unkonventionelle Wohnungen in einem aus Einzelhäusern verschmolzenen grossen Körper bilden den Schlusstein des Städtlis. Wir nennen es ‚Stöckliburg‘. 

  • Dachlandschaft-Weesen
  • Frauenkloster-Weesen
  • Loggia-Kloesterli-Weesen
  • Nachbar-Weesen
  • Pavillon-am-See
  • Schulterschluss-Weesen
  • Siedlung-Weesen
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Trotz der vergleichsweise geringen Rendite und des damit verbundenen tieferen Baurechtszinses, wollen wir keine renditeträchtigen Eigentumswohnungen im oberen Preissegment anbieten. Wir schlagen eine Alternative vor. Wohnungen für Einzelpersonen, vielleicht auch Paare. Für Menschen, die keine Familie haben, nie eine haben möchten, in Zukunft vielleicht einmal eine haben wollen oder aber gerade eine Familie verlassen haben. Ein Haus für Menschen, die im Wohnungsmarkt oft wenig Beachtung finden, die Weesen bunter und lebendiger machen. Menschen im 'Umbruch', davon gibt es einige. 

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Selektiver Wettbewerb, 4. Rang: Landschaftsarchitektur Beglinger Bryan, Zürich, Investor Ecoreal, Schweizerische Anlagestiftung, Zürich

 

 

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