«Standbein, Spielbein»

Ausgleich der Gewichtsverhältnisse in der Bildhauerei. Hebung und Senkung mittels Ecklukarne und kontrapunktisch gesetztem Eingang.

Kolinplatz best architects

 

Im November 1999 brannte ein Wohngebäude in der Zuger Altstadt nieder. Der kürzlich erstellte Ersatzneubau mit zwei Maisonettwohnungen dient nun elf jungen Menschen als Wohnhaus. Das Erdgeschoss samt neugestaltetem Innenhof wird für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Entstanden ist ein vernakuläres Haus, vielleicht 'Architektur ohne einen Architekten'.

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Gefragt nach den grössten Schwierigkeiten, denen ich mich beim Entwurf ausgesetzt sah, würde ich antworten: Das grösste Hemmnis war eigentlich ich selbst. Es war vor allem schwierig als Autor zurückzutreten, die Gestalt zu Gunsten des Ensembles ruhig und locker zugleich erscheinen zu lassen. Zudem sollte das Haus erst auf den zweiten Blick als zeitgenössischer Baustein zu erkennen sein. Traufständig, geduckt und doch eloquent sollte es an der Ecke stehen, keinesfalls giebelständig, markant als Abschluss eines Blockrandfragmentes. In meinen Augen war hier schlicht kein kontrastierender Wurf gefragt, sondern die Integration eines schlichten Bürgerhauses, dessen räumliche, freudvolle Plastizität zwar in Schnitt und Grundriss wirken darf, ohne sich aber gegenüber den anderen Bestandsbauten in den Vordergrund zu drängen. Die Ikonografie des Stadtkörpers höher zu gewichten als die Ikonografie des Hauses. Das war meine Antwort, die ich städtebaulich, funktional und atmosphärisch in leise Übereinstimmung bringen wollte. Es entstand ein kleines, mitunter verschrobenes, recht baumeisterliches Haus.

Konzept Platzfolge

Ein Auszug aus dem Jurybericht freute uns: «Alles in allem wird in einem volumetrisch kleinen Haus ein räumlich komplexes und grosszügiges Inneres möglich. Das Projekt zeigt einen hohen Grad an Bewusstheit und Raffinement in der Handhabung von architektonischen Mitteln. Es manifestiert eine gekonnte Wahrnehmung für den kleinen Ort in der Altstadt – sei dies ein Aussensitzplatz am Fenster, eine Kiosköffnung für den Verkauf über die Gasse oder die ‚Topografie’ verschiedener Ebenen im Innern des Hauses.»

 

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In November 1999 a residential house burned down in the old town of Zug. The new building consists of two maisonette apartements that provides two shared flats for eleven young people and a café on the ground floor. The newly designed courtyard is opened to the public.

Asked about the greatest difficulties that I faced during the design process I would answer: The biggest obstacle was actually myself. It was especially difficult to step back, letting the shape of the ensemble appear decent and casual at the same time. Only at a second glance the house should be spotted as a contemporary building. It does appear eloquent but also crouching with the eaves facing the street. It does not stand gabled, striking in the corner of the block fragment. In my point of view no contrast was needed, but the integration of a small, almost unremarkable building, whose spatial, joyful plasticity may unfold in section and floor plan, but without putting itself forward in comparison to the other houses. Building a modest house being coherent within the overall appearance, the spatial density and the gentle atmospheric impression was my intention. The result is a small, somehow peculiar house.

Metallbau Kolinplatz

 

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Fotografien: Rasmus Norlander, Zürich Stockholm, www.rasmusnorlander.se
Bauleitung:  Daniel Widmer von Widmer Partner AG aus Zug
Bauherrschaft: Stadt Zug
Auszeichnung: bestarchitects19, Kategorie Mehrfamiienhaus

Projektleitung: Martina Maurer, Bauprojekt: Andreas Fankhauser, Aysu Gümüstekin, Tragwerksplanung: Moos Bauingenieure Zug, Elektro: Hefti Hess Martignoni aus Baar, HLKS: Abicht AG aus Baar, Bauphysik Raumanzug aus Zürich; Mitarbeit Wettbewerb: Sèbastien Werlen, Haustechnikkonzept: Roland Wüthrich, Beratung Gastrokonzept: miteinander GmbH

Kennwerte: Mit Nachhaltigkeit meinen wir nicht nur Kennwerte wie den niedrigen Heizenenergiebedarf von 26 kWh/m2a, sondern auch den sehr geringen Wohnflächenbedarf. 11 Bewohner beanspruchen nur 325 mWohnfläche, also pro Person weniger als 30 m2.  Zum Vergleich: In Zürich werden im Mittel ca. 40 m2 beansprucht.

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