«Belassen wo möglich, eingreifen wo nötig»

Sanierung und Umbau eines in die Jahre gekommenen Wohnhauses.

Für eine junge Familie brachten wir ein etwas vernachlässigtes Haus in Ennenda wieder auf Vordermann. Die Geschichte des Hauses reicht zurück bis in das Jahr 1791. Über die Zeit wechselten manche Zimmer ihren Besitzer - ganze Hausteile wurden „verjasst“, in Ennenda kein Einzelfall. Die verschachtelten Eigentumsverhältnisse waren eine Herausforderung, der nutzbare Grundriss wechselt von Geschoss zu Geschoss seine Grösse. Bevor man sich überhaupt Gedanken zu den konkreten Umbaumassnahmen machen konnte galt es herauszufinden, ob und wie die Anforderungen an den Brandschutz realisierbar sind. 

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Die Küche und das Bad waren kaum mehr gebrauchstauglich, die Wohn- und Schlafräume wirkten durch das dunkle Holztäfer beengend, fast muffig. Obwohl es auf den ersten Blick an Atem und Grösse fehlte war die Qualität der Raumstrukturen erkennbar. Nach ersten Entrümpelungen und Abbrucharbeiten kamen schöne, alte Parkettböden zum Vorschein. Die Absichtserklärung war schnell klar - belassen wo möglich, eingreifen wo nötig. Der Charakter des Hauses sollte erhalten und aufgefrischt werden und gezielte, verhältnismässige Eingriffe an den richtigen Stellen zu mehr Luft verhelfen. Das begrenzte Budget und die Offenheit unserer Bauherrschaft für weniger Komfort zugunsten von mehr Charakter und Eigentümlichkeit halfen uns, manchmal gelassen und pragmatisch reagieren zu können. 

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Parterre Der grösste Eingriff erfolgte im Parterre. In der Verlängerung der Eingangstreppe befindet sich die neue Hauseingangstüre. Man betritt das Haus über eine grosszügige Garderobe mit viel Stauraum für dieses und jenes. Die früher enge Küche, umgeben von einem dunklen und überdimensionierten Gangbereich, wurde von ihren Mauern befreit, die abgehängten Decken entfernt. Die bestehende Balkenlage lastet neu auf einem hohen, schmalen Brettschichtholzträger aus Buche. Die quer dazu gestellte Säule leitet die Lasten auf die darunterliegende Kellerwand. Unterzug und Säule wirken skulptural und feingliedrig. Die Figur zoniert den Raum. Sie bestimmt die Lage der Kochinsel, welche zum Essbereich hin mit einem offenen Regal ergänzt wird. Die grosszügige Essküche bildet das Zentrum des Hauses und gewinnt durch das vergrösserte Fenster und die weiss gestrichene Balkenlage an Frische und Grösse. Das Fenster rahmt den Ausblick in den Garten und ist zugleich Sitznische für den Esstisch. Die alte Hauseingangstüre wurde durch eine Fenstertüre ersetzt. Sie bringt zusätzliches Licht und wird zum Sommerausgang in den grossen Garten.

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Prägend für den Raum sind neben der Tragstruktur die naturweissen Oberflächen aus Lehmputz und die weisslich geseiften Oberflächen der Einbaumöbel und Wandverkleidungen aus Seekiefersperrholz - Materialien die auch in den oberen Geschossen die Eingriffe prägen. Der geschliffene, fugenlose Hartbetonboden verbindet Garderobe, Essküche und Bad optisch und machte hier den Einbau einer Bodenheizung möglich. Mit den neuen Materialien entstand eine wohnliche, freundliche Atmosphäre.

Die angrenzende Stube bewahrte durch den alten, noch funktionstüchtigen Kachelofen, das frisch gestrichene Wand- und Deckentäfer seinen urprünglichen Charakter. Der ausgebaute Tafelparkett wurde nach den Brandschutzertüchtigungen der Deckentragstruktur wieder eingebaut und wo nötig ergänzt. Geschliffen und frischgeölt erscheint dieser heute wie neu. 

Obergeschoss Die Raumstruktur im Obergeschoss blieb weitgehend erhalten. Ein Zimmer wurde aufgehoben, dafür entstand ein neues Bad und eine offene Büroecke. Sie weitet den Bereich um den Treppenaustritt. Zusätzliches Licht kommt über die neue Fenstertüre der Terrasse. Sie bietet Abendsonne und Aussicht zur Schwammhöchi und dem Wiggis. Die neuen Einbaumöbel und Wandverkleidungen sind wie im Parterre aus weisslich geseiften Seekiefersperrholzplatten gearbeitet. Die Aussenwände der Schlafzimmer wurden gedämmt, mit Fichtentäfer verkleidet und Ölfarbe gestrichen. Das Glarnertäfer an den Decken konnte mit einem neuen Anstrich erhalten bleiben. Alte Parkettböden wurden geschliffen und geölt, neue Fichtenriemenböden geseift. Aus den ehemals drückenden, dunklen Kammern wurden wohnliche, freundliche Räume. 

 

Dachraum Aus der unveränderten Treppeneinhausung, einzig ergänzt mit einem runden Guckfenster, tritt man in den offenen Dachraum. Die bestehende Sparrenlage sowie die Knie- und Giebelwände wurden gedämmt, verkleidet und weiss gestrichen. Seekiefer bildet den Übergang zwischen den hellen Wandflächen und den alten Bodendielen. Das gebürstete Gebälk kontrastiert die hellen Dach- und Wandflächen. Neue Dachfenster bringen dem Dachraum Licht und rahmen die Aussicht auf Vorderglärnisch und Schilt. Ersetzt wurden die alten Fenster im Giebel. Durch sie schweift der Blick vom Schreibtisch über die Dächer von Ennenda bis zum Kärpf.  

 

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Direktauftrag. Private Bauherrschaft. Projekleitung: Martina Maurer, Fotografien: Maurin Bisig
Zum Umbau trugen bei: Runge AGMarti AG HolzbauFenster Keller AGMaler Zbinden AGZ Feuz Elektro GmbHBäbler Heizungen AGAebli AGPeter Kramer AGHösli PlattenbelägeSteger MetallJacober + Elmer Bedachungen AGKaspar Bühler Kundenmaurer

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